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  • Pressemitteilung vom 1. Dezember 2014

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IntegrationIntegrationsgipfel
Abbau von Benachteiligungen bleibt Daueraufgabe

Aus Anlass des heute stattfindenden Integrationsgipfels der Bundeskanzlerin hat der Deutsche Landkreistag die Rolle der Kommunen beim Abbau von Benachteiligungen von Menschen mit Migrationshintergrund betont. Dazu Präsident Landrat Reinhard Sager, der am Gipfel teilnehmen wird: „Die Kommunalverwaltungen können ihren Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht benachteiligt werden. Eine interkulturelle Öffnung der Städte, Landkreise und Gemeinden ist und bleibt eine Daueraufgabe, bei der wir nicht nachlassen dürfen. Die Landkreise sind offen für Bewerber mit Migrationshintergrund." Aus diesem Grunde habe der Deutsche Landkreistag Anfang des Jahres eine Handreichung zur interkulturellen Öffnung der Kreisverwaltungen vorgelegt. „Diesen Weg wollen wir weiter beschreiten", so Sager.

Der heutige Gipfel soll vor allem dem Austausch über erfolgreiche Ansätze zur Verbesserung der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund dienen. Die Themensetzung des Gipfels ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass es im Vergleich von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund immer noch erhebliche Unterschiede sowohl im Bereich schulischer als auch im Bereich der betrieblichen Bildung gibt. Der DLT-Präsident erläuterte: „In unseren Schulen hat ein Drittel der Schüler unter 15 Jahren einen Migrationshintergrund. An den Hauptschulen sind ausländische Schüler überrepräsentiert und an den Gymnasien unterrepräsentiert. Prekär ist, dass über 10 % der ausländischen Jugendlichen keinen Hauptschulabschluss und nur etwa 16 % die allgemeine Hochschulreife erreichen. Das muss besser werden, denn die Zukunftschancen hängen entscheidend vom Bildungsniveau ab."

Ferner sagte Sager, dass der Anteil junger Erwachsener mit ausländischer Staatsangehörigkeit ohne Berufsabschluss mit über 30 % nahezu dreimal so hoch sei wie der von jungen Erwachsenen mit deutscher Staatsangehörigkeit (10,9 %). „Das Erlernen eines Berufes ist ein zentraler Baustein für ein selbstbestimmtes Leben inmitten der Gesellschaft. Daher müssen wir große Anstrengungen darauf verwenden, auch und gerade jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu einem Berufsabschluss zu verhelfen" so Sager.

Mit Blick auf das integrationspolitische Engagement des Deutschen Landkreistages sei außerdem noch auf das soeben abgeschlossene Projekt „Integrationspotenziale ländlicher Regionen im Strukturwandel" hinzuweisen, welches die Schader-Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Landkreistags und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes durchgeführt habe. „Anliegen des Projektes war es, die Herausforderungen des demografischen Wandels mit Fragen der Integration und der Fachkräftesicherung zu verknüpfen. Es hat interkulturelle Öffnungsprozesse in den Kommunen eingeleitet und Anstöße für den Aufbau einer Anerkennungs- und Willkommenskultur gegeben." Ziel sei es gewesen, durch eine strategische Neuausrichtung der kommunalen Integrationspolitik die Teilhabechancen der in den Kommunen lebenden Zuwanderer zu verbessern, ihre Potenziale für kommunale Entwicklungsprozesse zu erschließen und die Attraktivität der Kommune für mögliche Neuzuwanderer zu erhöhen. „Die Landkreise werden diese Entwicklung weiter befördern", so der DLT-Präsident abschließend.


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