„Die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7.3.2021 ist vor allem in Anbetracht der neuen Virusmutationen notwendig. Gleichzeitig begrüßen wir es, dass Bund und Länder einzelne Schritte in Richtung einer Öffnung verabredet haben. Der erkennbare Rückgang der Infektionszahlen und bei der Belegung der Intensivbetten sowie die rückläufige Dynamik bei den Todeszahlen eröffnet absehbar die Chancen, zu Lockerungen zu gelangen“, so der Präsident des Deutschen Landkreistages Landrat Reinhard Sager. Dafür sei es notwendig, dass Bund und Länder zügig weitere Öffnungsschritte abstimmen. „Diese Strategie wird helfen, den Menschen die erforderliche Orientierung und Perspektive zu geben. Die fortdauernden Belastungen sind nur vermittelbar, wenn der Plan mit realistischen, erreichbaren Zahlen unterlegt wird, anhand derer man abschätzen kann, was ab welchem Wert wieder geöffnet werden kann. Die bereits vorgelegten Stufenpläne einzelner Bundesländer weisen in die richtige Richtung.“ Der fortgesetzte Lockdown sei zwingend an die Akzeptanz und das Vertrauen der Menschen gekoppelt. „Deshalb sollten wir neben der Öffnung der Schulen und der Friseure die ganz enge Kontaktbeschränkung auf eine Person außerhalb des eigenen Haushalts so schnell wie möglich aufgeben.“

Daneben müsse man der Bevölkerung eine zeitliche Vorstellung davon vermitteln, wann mit einer Impfung der verschiedenen Personengruppen gerechnet werden könne. „Die Menschen müssen wissen, wie die langfristige Perspektive aussieht und wann sich diese Belastungssituation wieder entspannen könnte. Ausreichend zur Verfügung stehender Impfstoff ist hierbei der entscheidende Faktor.“

Sager sieht außerdem in der vermehrten Durchführung von Schnelltests zur Selbstanwendung einen Teil der Lösung. „Es wird notwendig sein, regelmäßig und großflächig zu testen, beispielsweise Lehrer und Schüler, aber auch Angestellte in der Produktion, die nicht ins Homeoffice ausweichen können. Sobald entsprechende Selbsttests ohne vorherige Schulung verfügbar werden, erhoffen wir uns davon mehr zusätzliche Kontrolle über das Infektionsgeschehen, das dann auch weitere Öffnungen rechtfertigt.“

Kritisch schätzt der DLT-Präsident das Vorhaben des Bundes ein, die Software SORMAS bis Ende Februar in allen Gesundheitsämtern einzusetzen: „Eine digitale Kontaktnachverfolgung ist wichtig, keine Frage. Aber die meisten Landkreise nutzen seit Jahren andere Programme, die sämtliche Aufgaben eines Gesundheitsamtes abbilden – nicht nur die Kontaktnachverfolgung. Darin liegt ein entscheidender Punkt, wenn man mitten in der Pandemie auf eine andere Software umsteigen möchte, mit allen damit verbundenen Risiken, Schulungsaufwand und möglichen Datenverlusten. Das wäre unvernünftig.“

Als unzureichend bezeichnet Sager schließlich das bisher aufgespannte Auffangnetz für die finanziellen Verluste der Krankenhäuser in der Pandemie. „Hierzu enthält der Beschluss von Bund und Ländern viel zu wenig. Notwendig ist ein deutliches Bekenntnis, dass die Wirtschaftlichkeit aller Krankenhäuser sichergestellt wird. Dazu gehört unbedingt eine Ganzjahresfinanzierung auch für 2021. Vor allem die Kliniken außerhalb der Ballungszentren sind betroffen – und gerade diese leisten einen besonderen Beitrag zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung“, so Sager abschließend.

 

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