„Wir begrüßen es, dass es Bund und Ländern nach langen Verhandlungen gelungen ist, sich auf weitere Öffnungen des Einzelhandels ab einer Inzidenz von 50 und nicht erst ab einem Wert von 35 zu verständigen. Das ist ein verantwortbarer Schritt nach vorn. Die verabredete Öffnungsmatrix weist allerdings einen hohen Komplexitätsgrad auf, so dass wir damit an die Grenzen der Umsetzbarkeit gelangen“, so der Präsident des Deutschen Landkreistages Landrat Reinhard Sager. „Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass es keine absolute Sicherheit geben wird, sondern dass es um Risikomanagement geht. Insofern hätten wir uns unkompliziertere Öffnungsschritte bei gleichzeitigem Hochfahren von Schnell- und Selbsttests sowie der Impfungen vorgestellt. Schulen und Kitas öffnen schließlich auch und werden durch entsprechende Maßnahmen so gut es geht abgesichert.“

Beispielsweise könne man den Einzelhandel oder die Gastronomie mit intelligenten Lösungen, Schnelltests am Eingang und einem elektronischen Terminmanagement absichern. „Die Friseure haben bereits im letzten Jahr vorgemacht, dass es möglich ist, über eine App unkompliziert einen Termin in einem konkret definierten Zeitfenster zu vereinbaren und die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“, erläuterte Sager. Die Öffnung von Buchhandlungen, Blumengeschäften und Gartenmärkten in einem zweiten Öffnungsschritt reiche daher nicht aus. Ohnehin sei die Unterscheidung nach Branchen nicht durchgehend nachvollziehbar. „Immerhin können nun in einem dritten Öffnungsschritt ab einer Inzidenz von 50 Einzelhandel und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Diese Grenze sollte laut Beschlussvorlage bei 35 liegen, wofür wir kein Verständnis gehabt hätten.“

Auch sei es bei Geltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelungen nicht nachvollziehbar, warum man im Einzelhandel bei einer Inzidenz von unter 100 pro Kunde eine Fläche von 40 qm bereithalten soll. „Das entspricht einer Ein-Zimmer-Wohnung, was kleineren Geschäften echte Schwierigkeiten bereiten könnte.“

In dieser Phase der Pandemie komme es umso mehr auf das Mitmachen der Menschen an. Daher müsse der Staat die Ängste, Sorgen und Erschöpfungszustände der Bevölkerung ernst nehmen. „Nicht nachvollziehbare oder nur vereinzelt in die Lebensrealität der Menschen übertragbare Verbote sollten deshalb im Interesse einer breiten Akzeptanz der Maßnahmen umgehend zurückgenommen werden. Deshalb begrüßen wir es, dass die Möglichkeiten privater Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten ab kommenden Montag wieder erweitert werden. Die Ein-Personen-Regel ist auch von uns mehrfach kritisiert worden“, so Sager.

Er begrüßte des Weiteren, dass die Impfkampagne auch unter Einbeziehung der Hausärzte erweitert werden soll. „Das ist unbedingt notwendig, um an dieser Stelle genügend Fahrt aufzunehmen. Wir müssen den verfügbaren Impfstoff schneller an die Menschen bringen. Insofern ist die beabsichtigte Flexibilisierung der Impfreihenfolge unbedingt notwendig. Wir haben uns an dieser Stelle mit zu strikten Vorgaben selbst die Hände gebunden. Das muss jetzt zügig geradegezogen werden. Jeder Geimpfte schützt die Gesellschaft“, so der DLT-Präsident abschließend.

DLT-Präsident Sager hat am 4.3.2021 ausführlich im Deutschlandfunk zu den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern Stellung genommen und ist dabei auch auf die Frage der ab kommendem Monat flächendeckenden Schnelltests eingegangen. Das Interview können Sie hier nachhören.

 

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